Pressespiegel
In welchem Ausmaß Rudolf Steiners 150. Geburtstag am 27. Februar 2011 Eingang in nahezu sämtliche deutsche Leitmedien sowie zahllose regionale Zeitungen gefunden hat – und das in fast durchgängig positiver Weise – hat alle Erwartungen übertroffen. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl interessanter Artikel und Sendungen vor.
Einen umfangreichen, fortlaufenden Pressespiegel stellt die Medienstelle Anthroposophie auf der Steiner-Jubiläumswebsite zur Verfügung: www.rudolf-steiner-2011.com
Kulturimpuls Anthroposophie
Im Tagesspiegel urteilte Manuel Gogos, Steiner sei heute „konkurrenzlos, was die Vielfalt und Nachhaltigkeit seiner Impulse angeht, beim Biolandbau, der alternativen Heilkunde wie der Reformpädagogik. In Deutschland gibt es heute kaum eine alternative Subkultur, die nicht von seinen Intuitionen durchpulst ist. Während die Anthroposophie des Okkultismus und Obskurantismus verdächtig bleibt, sind ihre praktischen Anwendungen mittlerweile Alltagsphänomene.“
Doch auch unabhängig von diesen praktischen Anwendungen lohne die Auseinandersetzung mit Steiner: „Jedenfalls sollte es heute, 150 Jahre nach Steiners Geburt, möglich sein, noch ganz andere Seiten an dem Anthroposophen zu entdecken. Sein Frühwerk „Philosophie der Freiheit“ ist in der Philosophie des 20. Jahrhunderts zu Unrecht kaum beachtet worden. (…) Rudolf Steiner gehört nicht den Anthroposophen allein. Anthroposophie ist heute als Kulturimpuls von Interesse – auch für Nicht-Anthroposophen.“ (Manuel Gogos: „Der Mann mit dem Magiermantel“, Der Tagesspiegel, 26.02.2011)
Iris Radisch, Literaturchefin der Zeit, verfasste ein Steiner-Porträt, in dem es am Rande auch um die neu erschienenen Steiner-Biographien geht. „Er ist die große Ausnahme (…) Rudolf Steiner ist der letzte und nach dem Niedergang des Marxismus auch der einzige Sohn des deutschen Idealismus, der den Praxistest überlebt hat.“ Sie weist jedoch auch auf Steiners Ecken und Kanten hin: „Die Zumutung, die darin liegt, in Rudolf Steiner dem letzten Vertreter der großen Totale zu begegnen, die Welt, Geschichte, Natur, Kunst und Mensch mit großem Ernst noch als ein untrennbares Ganzes las, sollte man nicht kleinreden.“ (Iris Radisch: „Der letzte Prophet“, Die Zeit, 17.02.2011)
Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museum, beschrieb in der Welt, warum Steiners Ideen auch jenseits der bekannten Praxisfelder heute „lebendig wie nie“ sind. „Mit dem neu erwachten Interesse an Steiner bröckeln nun jedoch auch die Mauern aus Halbwissen, die man um ihn errichtet hat. Was dahinter auftaucht, ist eine Figur, die facettenreicher und einflussreicher ist, als man bisher dachte. Eine Figur, deren Relevanz für unsere heutige Gesellschaft man nicht außer Acht lassen kann, gleich wie man zu einzelnen Aspekten von Steiners Schaffen steht.“
Kries analysiert den Prozess der gesellschaftlichen Abgrenzung der Anthroposophie: „Während die Anthroposophen Steiners Ideen fast unverändert fortschrieben und damit ein Fossil einer bestimmten historischen Epoche schufen, nahm der Rest der Gesellschaft diese Abkapselung dankbar auf – denn sie entband sie davon, sich weiter mit der eigentlichen Substanz Steiners auseinandersetzen zu müssen.“ (Mateo Kries: „Die Welt als Kunstwerk“, Die Welt, 26.02.2011)
Steiner der„Menschenfreund“
In ihrer Ausgabe vom 17. Februar 2011 widmete die Zeit ihr komplettes Ressort Chancen Rudolf Steiner und den Waldorfschulen. „Was steckt hinter der wohl erfolgreichsten pädagogischen Reforminitiative des 20. Jahrhunderts? Warum können nahezu alle Waldorfschulen weit mehr Anmeldungen zählen, als sie Plätze haben? Und das, obwohl die Eltern Schulgeld zahlen müssen und regelmäßig zum Putzdienst eingeteilt werden. Und wie viel von Steiners Weltbild steckt noch in den Schulen?“ fragt Autor Martin Spiewak in seinem Artikel über die „Schmiede guter Menschen“. (Martin Spiewak: „Eine Schmiede guter Menschen“, Die Zeit, 17.02.2011)
In einem Leitartikel in der Welt konstatierte Claudia Becker, „dass man an Rudolf Steiner heute einfach nicht vorbeikommt. (…) Kein anderer deutschsprachiger Denker des 20. Jahrhunderts prägt mit seinen Lehren und Impulsen heute derart viele Lebensbereiche wie er (…) Das ist das Besondere an der Anthroposophie: diese Besinnung auf das Ich, diese Anregungen, nach dem Sinn zu fragen, selbstbewusst zu sein, aber auch sozial, demütig und dankbar für das Leben, das nach Steiners Ansicht für jeden eine Aufgabe vorsieht. Das sind unschätzbare Lebenshilfen.“ Im Zusammenhang mit den Rassismusvorwürfen urteilt sie: „An einem aber kann kein Zweifel bestehen: Steiner war ein Menschenfreund. Er (…) war in der Praxis gegen jede Diskriminierung. Daran ändern auch die schwierigen Passagen in Steiners Werk über die Rassen nichts.“ (Claudia Becker: „Der Menschenfreund“, Die Welt, 19.02.2011)
Einen Artikel über Steiner und den Goetheanum-Bau brachte die Süddeutsche Zeitung: „Vom Material, von der Konstruktion und von der Raumorganisation her: Das Gebäude war damals eine Innovation, Sensation und ein Skandalon dazu. Es ist ein Bau mit Haltung, der auch beim Betrachter Haltung einfordert.“ (Gerhard Matzig: „Wie man Türen öffnet“, Süddeutsche Zeitung, 26.02.2011)
Ein Artikel über Steiners „Philosophie der Freiheit“ erschien in der Neuen Züricher Zeitung. „Auf der einen Seite ein emphatisches Freiheitsverlangen, das sich ausdrücklich ‚keiner äußeren Norm‘ zu unterwerfen bereit ist und einen radikalen ‚ethischen Individualismus‘ predigt; auf der anderen Seite das dringende Bedürfnis, sich einer wirklichen und umgreifenden, einer ‚vollen, totalen Wirklichkeit‘ zu vergewissern und einzufügen: Wie können die beiden Lebensimpulse zueinanderfinden und es miteinander aushalten?“ (Uwe Justus Wenzel: „Protest und Ergebung. Eine Lektüre von Rudolf Steiners Philosophie der Freiheit“, NZZ, 26.02.2011)
Steiner multimedial: Hörfunk- und Fernsehberichte
Zahlreiche Beiträge würdigten Steiner außerdem in Hörfunk und Fernsehen: Der Hessische Rundfunk sendete in der Woche vor Steiners Geburtstag in der Reihe hr2 Wissenswert täglich etwa 15-minütige Berichte über „Aspekte der Anthroposophie“. Die fünf Sendungen - 1. Weltbild, 2. Ästhetik, 3. Pädagogik, 4. Ökologie, 5. Medizin und Pflege – sind online als Podcasts abrufbar. (hr2, 21.-25.02.2011)
Einen sehenswerten Kurzbericht über Steiner und die Waldorfschulen brachte auch 3sat / Kulturzeit. (Benjamin Hensler: „Guru, Mythos, Prophet. Rudolf Steiner zum 150. Geburtstag“, 3sat / Kulturzeit, 24.02.2011).
Einen ganzen Thementag widmete der WDR 5 am 25. Februar Rudolf Steiner. Die verschiedenen Beiträge stehen auf der Seite des Senders auch online als Podcasts zur Verfügung.
Umfangreicher Pressespiegel auf www.rudolf-steiner-2011.com
